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Die Welt ist digital. Mit der Vernetzung der Dinge verschmelzen Web und reale Welt. Für den ersten Eindruck wird deshalb in Zukunft auch das digitale Auftreten entscheidend sein.

Der erste Eindruck zählt. Bei persönlichen Begegnungen bestimmen das Auftreten, die Körperhaltung, die Art der Kleidung und ganz entscheidend unsere Stimme den Eindruck, den wir beim Gegenüber hinterlassen. In ähnlicher Weise, wie wir uns Gedanken über unser Äußeres machen, Zeit und Geld für gute Ernährung, Kleidung und Fitness ausgeben, pflegen wir unsere Online-Profile. Im Privaten wie im Geschäftlichen gewinnt das digitale Verhalten immer mehr Bedeutung. Der erste Eindruck zählt auch hier. Wie viel Mühe in der Gestaltung eines Facebook-, Tumblr- oder LinkedIn-Profils steckt, ist auf einen Blick erkennbar und sorgt auch hier für den Eindruck, der bleibt. Privatleute nutzen das Social Web ebenso sehr wie Unternehmen und öffentliche Institutionen. Bewerber werden in Zukunft auch nach ihrem digitalen Auftreten bewertet. Umgekehrt werden Interessenten Unternehmen aufgrund ihres Online-Auftritts bewerten und auswählen.

Das „digitale Äußere“ ergänzt den Eindruck, der über das sinnlich Wahrnehmbare entsteht. Über den Erfolg in der Arbeitswelt 4.0 entscheidet deswegen in Zukunft auch der Eindruck, den wir online hinterlassen – die digitale Aura.

Was unsere Profile über uns sagen

Das Erscheinungsbild im Netz wird immer mehr aufgewertet und ist bereits jetzt von großer Wichtigkeit. Das erfordert eine regelmäßige Pflege der digitalen Avatare. Das bedeutet, alle Angaben und Informationen zu unserer Person auf Aktualität und Anschaulichkeit zu prüfen. Nach Diplom-Psychologin “Dr. Liraz Margalit” gibt die Aufmachung unserer Online-Profile die persönliche Selbsteinschätzung wieder. Sie signalisieren Selbstbewusstsein und können somit auf andere – aber auch auf uns selbst – positiv sowie auch negativ wirken. Die Identifikation mit Marken spielt hier eine große Rolle.

Laut einer Umfrage des amerikanischen PR-Unternehmens „Edelmann“ identifizieren sich 86 Prozent der Facebook-Nutzer in ihren digitalen Erscheinungsbilder mit Marken.

Die Wirkung der digitalen Aura

Durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche und der Vernetzung der Dinge werden auch digitale Inhalte bzw. unser Online-Leben zu jederzeit verfügbar. Über Smartphones, Smart Watches oder Smart Glasses wird das Digitale zu jedem Moment abrufbar. Diese Vielfalt an vernetzten Endgeräten lässt den Zugriff auf Online-Erscheinungsbilder einfacher werden und gliedert die digitale Aura in den Alltag ein. Die Profile der sozialen Netzwerke treten zu der Wahrnehmung unserer Person hinzu. Die so entstehende digitale Aura vermittelt den ersten Eindruck der Persönlichkeit oder das mit ihr in Verbindung stehende Unternehmen. Mehr noch: Die digitale Aura besitzt die Kraft, die Wahrnehmung positiv oder negativ zu verändern. Sie wird dadurch zu einem weiteren Faktor, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Die Vor- und Nachteile der digitalen Persönlichkeit

Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen einer direkten Begegnung und dem Eindruck, der online entsteht. Die Pflege eines gut gestalteten Online-Auftritts nimmt viel Zeit in Anspruch. Ein Profil wahrzunehmen und sich ein Bild von der Persönlichkeit zu machen, die dahinter steckt, dauert nur wenige Momente. Bei einer persönlichen Begegnung hingegen zählt die Performance in Echtzeit.

Diese Tatsache stellt einen Stressfaktor dar, der dafür sorgen kann, dass Unsicherheiten bei der Selbstdarstellung auftauchen. Fehler und Ungenauigkeiten passieren unter Zeitdruck, der bei der Optimierung des digitalen Auftretens keine Rolle spielt. Zwar kann die digitale Aura die Wahrnehmung von Menschen und Unternehmen verändern – soziale Kompetenzen oder die Art des Auftretens vollständig ersetzen wird sie nicht.

Die Grenzen der digitalen Selbstdarstellung

Wie im echten Leben stellt sich auch bei der digitalen Selbstdarstellung die Frage nach der Ehrlichkeit. Sowohl im persönlichen Gespräch wie im Online-Erscheinungsbild gibt es die Möglichkeit, etwas über die eigene Person zu behaupten, das nicht der Wahrheit entspricht. Insofern stellt sich nicht so sehr die Frage, welche Rolle Ehrlichkeit bei der digitalen Selbstdarstellung spielt, sondern überhaupt bei der Darstellung unserer Persönlichkeit. Es ist ebenso leicht in sein Profil den Abschluss an einer Elite-Uni aufzunehmen, wie dies im Gespräch zu behaupten. Ein Betrug stellt es in beiden Fällen dar und würde auf kurz oder lang auffallen und entsprechend geahndet.

Da die Möglichkeiten zur Manipulation und Fälschung online sehr viel leichter ist, stellt dies ein Risiko dar. Wenn ausschließlich das digitale Erscheinungsbild bewertet wird, erschwert darüber hinaus das Fehlen von Mimik, Stimme und Tonfall die Beurteilung. Einen vollständigen Ersatz können unsere digitalen Abbilder daher nicht bieten. Dennoch verbinden sich mit der digitalen Aura neue Möglichkeiten, die eine gesteigerte Chancen bedeuten und die Wirklichkeit erweitern.

Ein positives Erscheinungsbild im Netz trägt damit zur Steigerung der Selbsteinschätzung als auch zur positiven Wahrnehmung durch andere bei.

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