Was Apples neues Headquarter über die Arbeit von morgen aussagt

Was Apples neues Headquarter über die Arbeit von morgen aussagt

Die Zeit der Hochhäuser ist vorbei. Auch Apple setzt auf die Fläche. Das neue Headquarter, das der Stararchitekt Lord Norman Foster für Apple entwirft, ist eine riesige Ring-Architektur. Was sagt das Gebäude über das Unternehmen und die Arbeit im digitalen Zeitalter?

Das neue Apple Headquarter wird eines der teuersten Gebäude der Gegenwart werden. Kein geringerer als Lord Norman Foster zeichnet sich für den Entwurf und die Planung des Projektes verantwortlich. Es entsteht bis 2016 in Cupertino auf einer Fläche, die über 200.000 m² groß ist. Der “Apple-Campus”, ein gigantischer Ring, wird nur vier Stockwerke hoch sein und dennoch Raum für fast 13.000 Mitarbeiter bieten. Über die reinen Zahlen hinaus fasziniert das Gesamtprojekt mit der damit verbundenen Philosophie über die Arbeit der Zukunft.

Apples neues Headquarter – der magische Ring. | Quelle: cupertino.org

Aus Türmen werden Arbeitslandschaften

Apple liegt mit seiner Architektur voll im Trend. Auch die neue Firmenzentrale von Facebook, die von Frank Gehry entworfen wurde, geht in die Fläche und integriert die Natur. Diese ist auch ein zentraler Bestandteil bei Architekten Foster. Im Inneren des Apple-Ringes entsteht ein künstlicher Urwald. Auch um den Gebäudekomplex herum soll sich ein großer Park befinden, so dass er von der Straße aus nicht zu sehen ist. Diese auffällige Nähe zur Natur ist zu einem guten Teil sicherlich ein Produkt der New-Age-Bewegung, die in Kalifornien eines ihrer kulturellen Zentren hat. Ökologisches Bewusstsein und der Zwang, nachhaltig zu denken und zu wirtschaften, kommt in dem Bundesstaat aber auch von den anhaltenden Dürren und der sich stetig verschlimmernden Wassernot.

Die für Amerika unverwechselbare Architektur wandelt sich vollständig: Wo früher mit den Hochhäusertürmen die Vertikale dominierte, ist heute die Horizontale. Dahinter steht nicht nur eine neue Mode in der Architektur, sondern neue Philosophien der Unternehmen.

Ein Großkonzern funktionierte früher rein hierarchisch. Mitarbeiter befolgten Befehle von Vorgesetzten, diese wiederum von ihren Chefs, bis hoch zur Konzernspitze. Arbeit heute ist grundlegend anders strukturiert. Netzwerke, Teams und flache Hierarchien erfordern auch andere räumliche Strukturen. Diese neuen Räume sind hell, offen und in der Fläche angeordnet.

Apples neues Headquarter in der Skizzierung. | Quelle: cupertino.org

“The mothership has landed” – Arbeit im Raumschiff

Wie im offiziellen Video zu erfahren ist, stellt das Gebäude eine Zusammenarbeit von Steve Jobs und Lord Norman Foster dar. Der Apple Campus erinnert nicht nur von seiner Form her an ein Raumschiff, in dem es auf die auf die Reise in die Zukunft geht. Das Gebäude ist auch in energetischer Hinsicht losgelöst vom Rest der Welt. Alle Energie, die es benötigt, wird von einem der größten jemals gebauten Solarpanel direkt vor Ort erzeugt. Das Ziel: Den ökologischen Fingerabdruck, den Apple hinterlässt, so gering wie möglich zu halten. Ähnlich wie Facebooks “West-Campus” und Rem Koolhaas’ “Axel-Springer-Campus” verkörpert die Architektur der neuen Apple Arbeitswelt auch die Werte, für die das Unternehmen stehen will.

Während früher die Zentren der Macht allein über ihre symbolische Form als Turm Identifikationspotenzial boten, stiften die neuen Arbeitswelten auch über die ihnen zugrundeliegenden Werte Sinn. Der “Apple-Campus” stellt damit auch ein Vermächtnis von Steve Jobs’ Vorstellung von der Arbeit der Zukunft dar.

Die gesunde neue Arbeitswelt

Die gesunde neue Arbeitswelt

Die Arbeitswelt der Zukunft wird der Gesundheit der Menschen zugutekommen. Krankheiten wie das Burnout-Syndrom könnten der Vergangenheit angehören.

Einen sehr großen Teil unserer Lebenszeit verbringen wir mit Arbeit. Kein Wunder also, dass sich die Bedingungen, unter denen wir arbeiten, auf die Gesundheit auswirken. Bestimmte Erkrankungen sind sogar eng mit Karrierewünschen verknüpft. Das Burnout-Syndrom beschreibt jenen Zustand, bei dem Menschen so ausgebrannt sind, dass sie zu einem normalen Leben kaum mehr fähig sind. Noch handelt es sich bei dem vergleichsweise jungen Phänomen um keine anerkannte Krankheit. Da Mediziner feststellten, dass die Symptome denen der Depression sehr ähnlich sind, tun sie sich schwer, Burnout als eigenständige Erkrankung zu definieren.

Unabhängig von der medizinischen Betrachtungsweise gibt es aber jene Menschen, die überlastet aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Betroffen sind Berufsanfänger ebenso wie aufstrebende Mitarbeiter und Arbeitnehmer in Spitzenpositionen. Nicht zuletzt deswegen stellt sich die Frage, welche Bedingungen der Arbeitswelt dieses Phänomen verursachen. Die Erkrankung dieser Menschen stellt einerseits ein persönliches Schicksal dar, ihr Ausfall bedeutet andererseits aber auch einen wirtschaftlichen Verlust für die Unternehmen. Die Veränderung der Situation steht entsprechend im Interesse aller Beteiligten.

Resilienz und der Arbeiter aus Stahl

Als Reaktion auf die gestiegene Anzahl der Fälle von Burnout bieten Unternehmen Resilienz-Trainings und Resilienz-Kurse für ihre Mitarbeiter an. Die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter soll darin verbessert werden. Der Begriff „Resilienz“ stammt ursprünglich aus der Materialwissenschaft. Dort beschreibt er die Eigenschaft von Materialien, nach Verformung durch Krafteinwirkung wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren.

Ebenso soll es den Mitarbeitern möglich sein. Wenn eine gewisse Zeit lang eine erhöhte Belastung auf sie einwirkt, sollen sie danach wieder in ihren Ausgangszustand wieder zurückkehren. Ob der Arbeiter aus Stahl jedoch durch Kurse und Schulungen hergestellt werden kann, ist zumindest fraglich. Es wären Arbeiter ohne Gedächtnis und Erinnerungsvermögen. Allein auf körperlicher Ebene manifestieren sich die Auswirkungen von wiederkehrenden, lang anhaltenden Stresssituationen.

Stetig wachsender Druck führt zu einer Abwärtsspirale aus Frustration und Angst

Stress gibt es bekanntlich in unterschiedlichen Formen: Gesunden und ungesunden Stress – auch Eu- und Distress genannt. Der gesunde Stress aktiviert, bringt uns voran und hält uns in Form. Negativer Stress führt zu Belastungen, die zum Stillstand führen und auf die Erschöpfung folgt.

Stetig höhere Zielvorgaben, wachsender Zeitdruck oder ökonomische Zwänge führen zu einer Abwärtsspirale aus Misserfolgen, Frustration und Angst. Wessen Persönlichkeit mit den damit verbundenen psychologischen Auswirkungen nicht zurecht kommt, blickt der Gefahr ins Auge, kaputt zu gehen.

In einer Arbeitswelt, in der die Berufswahl vor allem durch Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und Leidenschaft bestimmt ist, wird das Risiko des Ausbrennens stark reduziert. Wer in eigener Verantwortung seine Energie einteilt, geht achtsam mit seinen Ressourcen um. Verausgabung und Erschöpfung stellen auf Dauer keine geeignete Strategie dar. Sie dienen weder der Erhaltung der Arbeitskraft noch zur Verwirklichung des Lebenstraums.

Arbeitsmodelle für die Zukunft: Cloud-Worker oder Caring-Company?

Arbeitsmodelle für die Zukunft: Cloud-Worker oder Caring-Company?

Während auf dem Arbeitsmarkt mehr Flexibilität notwendig wird, wächst das Bedürfnis nach mehr Sicherheit beim Einzelnen. Wie vertragen sich die beiden daraus ergebenden Modelle für die Arbeit der Zukunft? Wird sich die Caring-Company oder der Cloud-Worker als Modell durchsetzen?

Die künftige Veränderung des Arbeitsmarkts wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Ein äußerst mächtiger und sehr zuverlässig vorhersagbarer Faktor ist die demografische Entwicklung. Sieht man von gravierenden Ereignissen wie Kriegen ab, altert eine Bevölkerung sehr gleichmäßig und zukünftige Szenarien lassen sich daher gut prognostizieren. Der Trend- und Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky beschreibt die Situation, auf die wir zusteuern, folgendermaßen:

„6,5 Millionen werden in den kommenden zehn Jahren aus dem deutschen Arbeitsmarkt verschwinden, weil so viel mehr Menschen in Pension gehen als junge Menschen nachrücken. Selbst wenn man alle politischen Programme (mehr Frauen nach der Mutterschaft in Jobs und qualifizierte Einwanderer ins Land) einbezieht, entsteht am Ende eine verstörende Prognose: Je nachdem wie Sie die Statistik auswerten, gibt es zwischen 2,0 Mio und 5,2 Mio unbesetzbare Jobs. Dies ist reine Statistik.“

Angenommen die Nachfrage nach Arbeit bleibt in etwa gleich, würden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt: Firmen würden sich künftig bei Arbeitnehmern bewerben und nicht umgekehrt. Janszky behauptet, dass als Konsequenz aus dem demografischen Wandel der Arbeitsmarkt dynamischer wird. Bis zu 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung seien Projektarbeiter.

Probleme können schnell auftauchen, sehr spezifisch sein und ebenso schnelle, unkomplizierte Lösungen erfordern. Gestiegener Wettbewerb und demografischer Wandel fordern neue Arbeitsmodelle, um mit der veränderten Situation in Zukunft umzugehen. Dabei sind die Konsequenzen durchaus widersprüchlich.

Cloud-Worker vs. Caring-Company

Einerseits verlangt eine schrumpfende Altersgruppe der 20-65 Jährigen und damit die Verknappung von Arbeitskräften von den Unternehmen, dass sie attraktiver werden. Andererseits fordert der stetig steigende Wettbewerb mehr Flexibilität und Kosteneffizienz. Diese beiden Ursachen fördern zum einen eine stärkere Bindung der Arbeiter ans Unternehmen, verstärken zum anderen aber den Bedarf an flexiblen Cloud-Workern. Diese beiden Pole werden die Extreme des Arbeitsmarktes der Zukunft bilden.

Das wertvollste Gut der Caring-Company: das Wohl der Mitarbeiter

Hinter dem Konzept der Caring-Company steckt mehr als die Not, die zur Tugend gemacht wird. Der zu erwartende Arbeitskräftemangel wird diese Entwicklung sicher befördern. Die eigentliche Einsicht hinter der Caring-Company ist jedoch weitreichender. Motivierte Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und gerne arbeiten, sind produktiver und kreativer. Allein um das Potenzial der Menschen zu fördern, lohnt es sich, neue Wege zu gehen. Unternehmen müssen in Zukunft mehr denn je die Werte ihrer Mitarbeiter verkörpern.

Die Fürsorge von Unternehmen geht dabei weit über die bloße Absicherung von Zukunft oder im Krankheitsfall ihrer Mitarbeiter hinaus. Eine Caring-Company unterstützt die Vorstellungen, Träume und weiterführenden Interessen ihrer Arbeitnehmer. Sie bietet ihnen Aufstiegschancen und Bildungsangebote, Flexibilität bei den Arbeitszeiten und dem Arbeitsort sowie Angebote zur Kinderbetreuung.

Es soll ein Arbeitsplatz zum Wohlfühlen geschaffen werden, damit sich die ArbeiterInnen mit dem Unternehmen identifizieren, indem eine leistungsfördernde und zugleich familiäre Atmosphäre geschaffen wird. Das Ziel ist es, Mitarbeiter zu binden und Arbeit, soziales Umfeld sowie eigene Interessen in Einklang zu bringen.

Der wichtigste Wunsch der Cloud-Worker: Freiheit

Der Cloud Worker ist bereits zu einem großen Teil Realität. In vielen Bereichen arbeiten Selbständige und Freelancer bereits projektbezogen. Über Internetplattformen wie Freelancer.com können diese freien Mitarbeiter von Unternehmen für einzelne Aufgaben angeworben werden. Diese Form der punktuellen Anwerbung bei Bedarf hat für beide Seiten Vor- und Nachteile.

Cloud-Worker gehen von Projekt zu Projekt anstatt eine längere Zeit für ein Unternehmen zu arbeiten. Sie schätzen daran die Möglichkeit, immer wieder Neues zu lernen, in ihrer Kreativität neu gefordert zu sein und nur an solchen Projekten zu arbeiten, die ihren Wertevorstellungen entsprechen. Freiheit und Ungebundenheit sind die zentralen Bedürfnisse der Cloud-Worker. Die negativen Auswirkungen dieser Form von Arbeit sind Lohndumping und fehlende Sicherheit bezüglich der Absicherung der beruflichen und privaten Zukunft. Unternehmen profitieren von der Flexibilität der Cloud-Worker, können kurzfristig Lösungen erarbeiten und zudem Kosten senken. Gleichzeitig müssen Cloud-Worker stets neu in den Work-Flow eingearbeitet werden, was einen zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Neue Arbeitsformen jenseits der Modellfrage

Unabhängig von dem Modell, das sich durchsetzen wird, werden neue Formen der Arbeit bzw. der Zusammenarbeit entstehen. Allein durch den digitalen Wandel wird „Remote Work“ nicht nur möglich, sondern notwendig. Unter „Remote Work“ wird Teamarbeit verstanden, bei denen sich die einzelnen Team-Mitglieder während der gemeinsamen Arbeit an unterschiedlichen Standorten aufhalten können. Gleichzeitig wird das „Home-Office“ zum Standard werden. Die Verwischung von Arbeit und Freizeit geht einher mit den veränderten örtlichen Gegebenheiten: „Co-Working-Places“ und öffentliche Arbeitsplätze ergänzen die Angebote der Arbeitgeber.

Die Arbeit hält große Übel fern

Ob sich eines der Modelle als das Arbeitsmodell der Zukunft durchsetzen wird, hängt auch noch von anderen Entwicklungen wie der Automatisierung und Robotisierung aller Arbeits- und Lebensbereiche ab. In vielen Bereichen könnte Arbeit, wie wir sie heute kennen und definieren, von Maschinen übernommen werden. Dann stellt sich die Frage nicht mehr danach, welches Modell von Arbeit am besten für die Menschen ist.

Über den Nutzen der Arbeit schrieb der französische Aufklärer Voltaire: “Die Arbeit hält drei große Übel fern: Die Langeweile, das Laster und die Not”. Die dringendste Frage, wird also um ein Vielfaches schwerer zu beantworten sein: Was machen die Menschen mit der frei werdenden Zeit, wenn Maschinen die ganze Arbeit übernehmen?

Die digitale Aura: Ein Erfolgsfaktor in der Arbeitswelt 4.0

Die digitale Aura: Ein Erfolgsfaktor in der Arbeitswelt 4.0

Die Welt ist digital. Mit der Vernetzung der Dinge verschmelzen Web und reale Welt. Für den ersten Eindruck wird deshalb in Zukunft auch das digitale Auftreten entscheidend sein.

Der erste Eindruck zählt. Bei persönlichen Begegnungen bestimmen das Auftreten, die Körperhaltung, die Art der Kleidung und ganz entscheidend unsere Stimme den Eindruck, den wir beim Gegenüber hinterlassen. In ähnlicher Weise, wie wir uns Gedanken über unser Äußeres machen, Zeit und Geld für gute Ernährung, Kleidung und Fitness ausgeben, pflegen wir unsere Online-Profile. Im Privaten wie im Geschäftlichen gewinnt das digitale Verhalten immer mehr Bedeutung. Der erste Eindruck zählt auch hier. Wie viel Mühe in der Gestaltung eines Facebook-, Tumblr- oder LinkedIn-Profils steckt, ist auf einen Blick erkennbar und sorgt auch hier für den Eindruck, der bleibt. Privatleute nutzen das Social Web ebenso sehr wie Unternehmen und öffentliche Institutionen. Bewerber werden in Zukunft auch nach ihrem digitalen Auftreten bewertet. Umgekehrt werden Interessenten Unternehmen aufgrund ihres Online-Auftritts bewerten und auswählen.

Das „digitale Äußere“ ergänzt den Eindruck, der über das sinnlich Wahrnehmbare entsteht. Über den Erfolg in der Arbeitswelt 4.0 entscheidet deswegen in Zukunft auch der Eindruck, den wir online hinterlassen – die digitale Aura.

Was unsere Profile über uns sagen

Das Erscheinungsbild im Netz wird immer mehr aufgewertet und ist bereits jetzt von großer Wichtigkeit. Das erfordert eine regelmäßige Pflege der digitalen Avatare. Das bedeutet, alle Angaben und Informationen zu unserer Person auf Aktualität und Anschaulichkeit zu prüfen. Nach Diplom-Psychologin “Dr. Liraz Margalit” gibt die Aufmachung unserer Online-Profile die persönliche Selbsteinschätzung wieder. Sie signalisieren Selbstbewusstsein und können somit auf andere – aber auch auf uns selbst – positiv sowie auch negativ wirken. Die Identifikation mit Marken spielt hier eine große Rolle.

Laut einer Umfrage des amerikanischen PR-Unternehmens „Edelmann“ identifizieren sich 86 Prozent der Facebook-Nutzer in ihren digitalen Erscheinungsbilder mit Marken.

Die Wirkung der digitalen Aura

Durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche und der Vernetzung der Dinge werden auch digitale Inhalte bzw. unser Online-Leben zu jederzeit verfügbar. Über Smartphones, Smart Watches oder Smart Glasses wird das Digitale zu jedem Moment abrufbar. Diese Vielfalt an vernetzten Endgeräten lässt den Zugriff auf Online-Erscheinungsbilder einfacher werden und gliedert die digitale Aura in den Alltag ein. Die Profile der sozialen Netzwerke treten zu der Wahrnehmung unserer Person hinzu. Die so entstehende digitale Aura vermittelt den ersten Eindruck der Persönlichkeit oder das mit ihr in Verbindung stehende Unternehmen. Mehr noch: Die digitale Aura besitzt die Kraft, die Wahrnehmung positiv oder negativ zu verändern. Sie wird dadurch zu einem weiteren Faktor, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Die Vor- und Nachteile der digitalen Persönlichkeit

Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen einer direkten Begegnung und dem Eindruck, der online entsteht. Die Pflege eines gut gestalteten Online-Auftritts nimmt viel Zeit in Anspruch. Ein Profil wahrzunehmen und sich ein Bild von der Persönlichkeit zu machen, die dahinter steckt, dauert nur wenige Momente. Bei einer persönlichen Begegnung hingegen zählt die Performance in Echtzeit.

Diese Tatsache stellt einen Stressfaktor dar, der dafür sorgen kann, dass Unsicherheiten bei der Selbstdarstellung auftauchen. Fehler und Ungenauigkeiten passieren unter Zeitdruck, der bei der Optimierung des digitalen Auftretens keine Rolle spielt. Zwar kann die digitale Aura die Wahrnehmung von Menschen und Unternehmen verändern – soziale Kompetenzen oder die Art des Auftretens vollständig ersetzen wird sie nicht.

Die Grenzen der digitalen Selbstdarstellung

Wie im echten Leben stellt sich auch bei der digitalen Selbstdarstellung die Frage nach der Ehrlichkeit. Sowohl im persönlichen Gespräch wie im Online-Erscheinungsbild gibt es die Möglichkeit, etwas über die eigene Person zu behaupten, das nicht der Wahrheit entspricht. Insofern stellt sich nicht so sehr die Frage, welche Rolle Ehrlichkeit bei der digitalen Selbstdarstellung spielt, sondern überhaupt bei der Darstellung unserer Persönlichkeit. Es ist ebenso leicht in sein Profil den Abschluss an einer Elite-Uni aufzunehmen, wie dies im Gespräch zu behaupten. Ein Betrug stellt es in beiden Fällen dar und würde auf kurz oder lang auffallen und entsprechend geahndet.

Da die Möglichkeiten zur Manipulation und Fälschung online sehr viel leichter ist, stellt dies ein Risiko dar. Wenn ausschließlich das digitale Erscheinungsbild bewertet wird, erschwert darüber hinaus das Fehlen von Mimik, Stimme und Tonfall die Beurteilung. Einen vollständigen Ersatz können unsere digitalen Abbilder daher nicht bieten. Dennoch verbinden sich mit der digitalen Aura neue Möglichkeiten, die eine gesteigerte Chancen bedeuten und die Wirklichkeit erweitern.

Ein positives Erscheinungsbild im Netz trägt damit zur Steigerung der Selbsteinschätzung als auch zur positiven Wahrnehmung durch andere bei.